© Kleintierzuchtverein C 182 Söllingen

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Hier wollen wir Ihnen einen kleinen Abriss vom Entstehen bis zur Jetztzeit des Kleintierzuchtverein C182 Söllingen wiedergeben.

„Wollen ist Können“ oder „Ohne Fleiß kein Preis“

Unter diesem Grundsatz fanden sich vor über 100 Jahren, am 3. November 1911 zwölf Bürger aus der Gemeinde Söllingen im Gasthaus „Zum grünen Hof“ zusammen um einen Rassekaninchenzuchtverein zu gründen.

Dieses, vom Verein aus gesehene, denkwürdige Datum, war somit auch der Geburtstag für den heutigen Kleintierzuchtverein C182 Söllingen.

Seit diesen 100 Jahren kann man im Verein auf eine bewegte Geschichte zurückblicken. Es gab viele Höhen und Tiefen die gleichzeitig auch mit der Geschichte unseres Landes zusammenhingen.

 

Doch zurück zur Geschichte:
 

Als im Jahre 1911 in Söllingen der Verein gegründet wurde, befand sich die Rassekaninchenzucht noch im Anfangsstadium einer allgemeinen Bewegung. Somit musste aus kleinsten Anfängen heraus der Aufbau erfolgen.

Zum ersten Vorsitzenden wurde bei der Gründungsversammlung der Zuchtfreund Paul Wenzel gewählt. Unter seiner Führung hatte sich der Verein emporgearbeitet, so dass er innerhalb kürzester Zeit, mit einer steigenden Mitgliederzahl, zu den angesehensten im Pfinzkreis zählte.

Während heute die Züchterkette innerhalb des Bundesgebietes und Europas recht geschlossen ist und organisatorisch optimal in den einzelnen Sparten funktioniert, waren die Verbindungen zu Beginn des vorigen Jahrhunderts recht lose.
Es musste alles mit viel Idealismus organisiert und teilweise auch improvisiert werden. Dies ließ jedoch die Männer der ersten Stunde nicht entmutigen. Aus dem vorhandenen wurde das Beste gemacht.
So kaufte zum Beispiel ein Gründungsmitglied seine ersten „Rasse-Hasen“, es waren „Chin-Rex“, für 200 Reichsmark in Frankreich.

Kurz nach der Gründung wurden auch schon die ersten Kleintierausstellungen durchgeführt. Sie fanden im damaligen Vereinslokal „Zum grünen Hof“ statt. Hierbei dominierten in erster Linie die „Belgischen Rassen“, die auch von den Besuchern durch ihre Größe sehr bewundert wurden. Diese Ausstellungen erweckten auch bei der Bevölkerung immer mehr Interesse, so dass der Verein von nun an einen ständig steigenden Mitgliederzuwachs zu verzeichnen hatte.

Auch ist aus den Gründungsjahren bekannt, dass Lehrer Federle mit „Castor-Rex“ und Otto Wenz mit „Lohkaninchen“ auf der Gauausstellung Meister wurden.

Nach einer kurzen Stagnation, bedingt durch den ersten Weltkrieg, wurde die Vereinsarbeit wieder neu intensiviert, wobei auch die Gründung einer Sparte für Rassegeflügelzucht erfolgte.

Erwähnt sei hier auch noch, dass der damalige „Pfinzgau“ sich von Nöttingen – Königsbach – Zaisenhausen – Weingarten – Durlach - Wolfartsweier bis Langensteinbach erstreckte.

Ende der 20iger Jahre wurde es dann ruhiger um den Verein.

Die Gründung einer Frauengruppe im Jahre 1932 belebte danach erneut die Vereinsgeschichte. Diese Frauengruppe des Vereins bestand bis zum Jahre 1944 und hatte ihre Aufgabe in erster Linie in Näh- und Kochkursen und zur Förderung des geselligen Lebens.

 

Einen weiteren Zuwachs hatte man in der Zeit des zweiten Weltkrieges. Hier wurde notgedrungen von vielen Bürgern unserer Gemeinde Hasen gezüchtet. Das sogenannte „Hasen halten“ stand hier mehr im Vordergrund um den ersehnten Hasenbraten zu erhalten, was letzten Endes die Rassezucht immer mehr verdrängte.

Die Kriegswirren mit der anfänglichen Besatzungszeit taten danach ihr übriges.

 

Als sich die Zeiten nach dem zweiten Weltkrieg wieder normalisierten, waren es dann die langjährigen und einst aktiven Mitglieder, welche die Rassekaninchenzucht wieder ankurbelten. Aus den noch vorhandenen Restbeständen wurde das Beste herausgeholt um dem Verein wieder neue Impulse zu geben. Dies gelang dann auch recht schnell, so dass im Jahre 1947 wieder die erste Kreisschau in Söllingen durchgeführt werden konnte.

 

Im gleichen Zeitraum wurde auch der Aufbau der Geflügelzucht betrieben. Die danach erfolgten Ausstellungen, die vorwiegend im „Gasthaus zum Schwanen“ durchgeführt wurden, zeigten durch die Tiervielfalt ein recht buntes Bild und waren Anziehungspunkt für Jung und Alt aus Nah und Fern.

 

Nach dem gelungenen Aufbau des Vereins stand man dann Ende der fünfziger Jahre erneut vor Schwierigkeiten. Der Saal des Vereinslokals wurde zu klein und durch einen Erlass staatlicher Stelle, durften auch in den damals vorhandenen Turnhallen keine Kleintierausstellungen mehr durchgeführt werden. Aus der Not fassten die Mitglieder dann zu Beginn der sechziger Jahre den Beschluss ein Vereinsheim zu erstellen.

 

Im Jahr 1963 erwarb der Verein ein Grundstück im Gewann „Flühlos“. Leider wurde hierfür keine Baugenehmigung erteilt. So ging die Suche weiter.

Nach Vorsprache der damaligen Vorstandmitglieder Kurt Mall, Gustav Barth und Siegfried Wagner beim Bürgermeisteramt Söllingen erfolgte der Abschluss auf Überlassung des Vereinsgeländes im Gewann „Gänsbach“ (heute „Im Bruch“) auf Erbpacht. Somit war der Grundstein für die Erstellung eines Vereinsheimes gelegt.

 

Nach Absicherung der Finanzierung und den behördlichen Genehmigungen wurde am 6. Juli 1966 der erste Spatenstich getätigt.

Am 26. August 1967 wurde in vollkommener Eigenarbeit anlässlich eines großen Einweihungsfestes das Vereinsheim offiziell seiner Bestimmung übergeben.

Mit dem Ausbau der Aussenanlage war fortan das Vereinsheim der Mittelpunkt allen Geschehens und Treffpunkt der Zuchtfreunde aus Nah und Fern bei den zahlreich durchgeführten Lokal- und überörtlichen Kleintierschauen.

Trotz der damals vielfältigen Arbeit auf dem Bereich der Schaffung um ein Vereinsheim waren jedoch die aktiven Mitglieder des Vereins auch an zahlreichen internationalen und nationalen Schauen mit großem Erfolg beteiligt.

 

Immer stand die Liebe zum Tier und zur Kleintierzucht im Mittelpunkt aller Arbeit.

 

Recht aktiv beteiligte sich der Verein auch bei der Durchführung der
900-Jahr-Feier des Ortsteils Söllingen im Jahre 1985. Unter anderem stellte der Verein einen Erntewagen mit Kuhgespann und mit der Darstellung des „Kindlesbrunnen“, der sich auf den heutigen Vereinsgelände noch befindet und in seiner Uranlage erhalten wurde, sowie einer Erntegruppe die das Söllinger Dorfleben aus vergangenen Zeiten nachstellten, drei Einlagen die beim historischen Festumzug großen Anklang fanden.

 

Die Liebe zum Tier ist auch den heutigen Mitgliedern geblieben, auch wenn sich die Zeiten gewandelt haben.

 

Am 17. Dezember 2009 wurde der Erbpachtvertrag mit der Gemeinde aufgelöst. Aus finanziellen Gründen konnte die große Halle nicht mehr gehalten werden. Das DRK Söllingen hat, nach einigen Instandhaltungen, Um- und Anbauten, seit dieser Zeit ihren Sitz darin gefunden.

Von der Gemeinde konnte der Verein den Grund, auf dem das verbleibende Vereinsheim und die Außenanlage mit den Parzellen stehen, pachten.
Es lag ein sehr großes Stück Arbeit vor den wenig verbliebenen aktiven Mitgliedern, bis alle längst überfälligen, wegen Geldmangels bisher nicht durchgeführten Instandhaltungen, aufgearbeitet waren.

Inzwischen ist das Vereinsheim Grösstenteils renoviert, die Außenanlage ist gerichtet und weitere Züchter konnten in die Parzellen mit ihren Zuchttieren einziehen.

Zum Schluss noch der Wunsch, dass es ein Treffpunkt all derjenigen werde, die sich mit der Kleintierzucht und den Tieren verbunden fühlen.

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